Politik

Die Unerschütterlichkeit der AfD: Skandale und ihr Umgang damit

Tobias Koch24. Juni 20262 Min Lesezeit

Es gibt diese merkwürdigen Augenblicke, in denen man einen Blick auf etwas wirft, das man für normal hielt, nur um festzustellen, dass das, was man sieht, alles andere als alltäglich ist. Vor einigen Monaten saß ich in einem Café und hörte zufällig ein Gespräch über die AfD. „Wir lachen über ihre Skandale“, sagte der eine, während der andere zustimmend nickte. Ein schüchterner Neffe des ersten Kommentators fügte hinzu: „Die sind ja immer noch da, obwohl…“ und dann setzte er ein breites Grinsen auf. Wie oft habe ich solche Sätze schon gehört, als ob die schiere Absurdität von allem, was die Partei tut, den Leuten einen Freifahrtschein gibt, darüber zu schmunzeln.

Es ist schon bemerkenswert, wie die AfD, egal wie oft sie ins Zwielicht gerät, nicht wirklich in Bedrängnis gerät. Skandale scheinen kaum mehr als Steilvorlagen für die nächste satirische Bemerkung zu sein. Man könnte meinen, es sei ein fester Bestandteil ihrer politischen Strategie, die Dinge mit einem Lächeln abzutun. Ein unausgesprochenes Mantra, das besagt, dass alles, was sie tun, nicht ernst genommen werden muss, solange der Mechanismus der Selbstrechtfertigung greift.

Was mich dabei am meisten verwundete, war die latente Abneigung der Partei gegen interne Kritiker. Während die Kritik von außen oft als hysterisch und ungerecht abgetan wird, sind diejenigen, die es wagen, ihre Ansichten innerhalb der eigenen Reihen zu hinterfragen, gezwungen, sich mit einer Art von Diskurs auseinanderzusetzen, der eher an ein Tribunal erinnert als an eine offene Diskussion. Es scheint eine ständige Suche danach zu geben, die eigene Narrative zu bewahren und alles, was diese untergräbt, mit einer Mischung aus Spott und einer gewissen Unbarmherzigkeit zu behandeln.

Egal, ob es um die jüngsten Skandale um rassistische Äußerungen oder um fragwürdige Finanzierungsquellen geht, es schwingt immer ein merkwürdiges Gefühl der Unerschütterlichkeit mit. Die AfD schafft es, selbst die peinlichsten Momente ihrer Geschichte in eine Art von Plattitüde zu verwandeln. Ihre Anhänger scheinen ihre Unfähigkeit, sich mit ernsthaften Vorwürfen auseinanderzusetzen, als ein Zeichen der Stärke zu deuten, als ob die Ignoranz der Kritik in Wirklichkeit eine Tugend wäre.

Vielleicht liegt das Geheimnis ihrer beständigen Präsenz in der politischen Landschaft darin, dass sie es schaffen, ihre Affären wegzulächeln, während alles, was sie nicht verstehen oder akzeptieren können, gnadenlos bestraft wird. Die Frage bleibt: Ist das wirklich eine Stärke oder nur ein weiteres Zeichen der Unfähigkeit, mit der Realität umzugehen? Ob die Antwort darauf relevant ist, scheint einzig und allein von der Perspektive des Betrachters abzuhängen.

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